Grimassen (Gesichtsgymnastik)

Grimassen (Gesichtsgymnastik) ziehen soll schöner machen? Das scheint ein Widerspruch in sich. Zugegeben: nicht jede Grimasse ist geeignet. Aber wenn man sein Gesicht verzieht, bewegt man Muskeln. Von den 26 Gesichtsmuskeln sind acht für die Mimik besonders wichtig. Sie heben oder senken Brauen, Augenlider und Mundwinkel und verschieben die Haut im Gesicht. Ihnen haben wir die Fältchen zu verdanken.

Unsere Gesichtsmuskulatur und ihre Bewegungen sind ein direkter Spiegel unseres Innenlebens: sind wir traurig, wandern die Mundwinkel nach unten, sind wir fröhlich, wandern sie nach oben. Eine gerunzelte Stirn kann ein Zeichen für Nachdenklichkeit oder angestrengtes Überlegen sein, zwei senkrechte Zornesfalten über der Nasenwurzel sind ein Warnsignal für unser Gegenüber, es nicht zu weit zu treiben.

Mit zunehmendem Alter machen die Muskeln im Gesicht jedoch bei vielen Menschen schlapp. Aus Gewohnheit bewegen wir manche Muskeln mehr, andere weniger. Ein Doppelkinn schleicht sich ein, die Wangen folgen der Schwerkraft, die Brauen hängen herunter. Kurz: Schlafmangel, falsche Ernährung und seelische Abgeschlafftheit oder Anspannung hinterlassen Spuren im Gesicht. Gesichtsgymnastik gegen Alterserscheinungen – besser als Botox & Co. Die gute Nachricht: diesem Trend kann man vorbeugen. Die schlechte: man muss selbst etwas dafür tun – zwei Mal pro Woche etwa eine Viertelstunde lang. Wenn wir unsere Gesichtsmuskeln gezielt trainieren, wirken wir den Alterserscheinungen entgegen.

Gesichtsgymnastik bezieht alle Muskeln in das Training ein, auch die, die wir sonst eher selten benutzen. Die aktivierten Muskeln werden stärker durchblutet und mit Sauerstoff versorgt, die Haut besser ernährt und die gesamte Mimik gestrafft. Man sieht besser aus und fühlt sich besser – ein positiver, sich selbst verstärkender Effekt setzt ein. Außerdem regen die Kontraktionen der Muskeln noch den Lymphfluss an. Die Lymphe transportiert Schlacken und Giftstoffe aus dem Gewebe. Zum anderen veranlassen sie die Hautzellen, vermehrt Kollagen und Elastin zu produzieren. Diese machen die Haut straff und elastisch und verleihen dadurch ein frischeres, jugendlicheres Aussehen. Zum dritten ist Muskeltraining eine Methode, Stress abzubauen – und wer entspannter ist, sieht besser aus.